Samstag, 17. Oktober 2015

Neue Ziele



Nach langer Zeit poste ich mal wieder etwas im Blog, denn es gibt einige Neuigkeiten. Seit einer Weile gibt es mich auch auf Facebook mit der Seite "Rabengeschrei". Dann starte ich in diesem Jahr auch das Projekt einen Film über Rabenvögel zu machen. Der Film soll zusammen mit dem zweiten Buch im Jahr 2018 erscheinen. Das Buch wiederum wird nach meiner bisher aufgestellten Planung die folgenden Themen enthalten:

1. Alpenkrähe in Cornwall - Diese Rabenvögel sind im englischen Südosten wieder dabei sich vermehrt anzusiedeln.

2. Elstern in der Stadt - Die Elstern kommen immer häufiger in Städten vor. Warum und wie sie sich dort verhalten , wird hier erklärt.

3. Tannenhäher in der Schweiz - Der Tannenhäher ist an manchen Plätzen in der Schweiz recht häufig zu beobachten.

4. "Schlossdohlen" in Nordrhein Westfalen - Die Dohle kommt in NRW noch weit verbreitet vor, manchmal sogar in den Schlosstürmen und Gärten.

5. Die Kolonien der Saatkrähen - Saatkrähenkolonien sorgen deutschlandweit für Aufregung. Leider positiv und negativ, doch darüber wird genau berichtet.

6. Neuigkeiten aus der Verhaltensforschung - Neues von Forschern und Rabenfreunden

Diese Themen und viele andere Sachen werden in diesem Buch vorkommen. Der Film soll dem Menschen diese Vögel näher bringen und sie aus verschiedensten Perspektiven zeigen.



In der Zeit bis dahin werde nur noch zweimal im Jahr einen kleinen Bericht posten.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Falk






Samstag, 18. Oktober 2014

Furchtlose Rabauken



Elstern sind irgendwie wie furchtlose Rabauken. Sie raufen sich als Jungvögel untereinander, sie trotzen oft größeren Kollegen wie Raben- oder Saatkrähen und haben auch am wenigsten Scheu, wenn es ums Futter geht. Sie ziehen oft in größeren Gruppen los, um Futterquellen zu suchen. Bisher habe ich nur einmal eine Gruppe von ca. 20 Elstern gesehen. Sonst waren es meist eher die Altvögel und zwei oder drei Junge.

In Städten kommen sie immer häufiger vor und bauen ihre kunstvollen Nester in der Nähe von Parks, Kleingartenanlagen und manchmal auch direkt am Straßenrand.


Elstern sind wie Rabenkrähen auch Allesfresser. Wenn ich sie beobachte, frage ich mich immer wo sie ihre Nüsse, Schnecken oder alle die anderen Futtersachen verstecken. Leider konnte ich es noch nicht sehen, ob da auch manchmal das gut geschützte Nest mit dem cleveren Überbau dazu dient. Die meisten Rabenvögel verstecken ihre Nahrung in der Erde, in Hohlräumen von Bäumen oder Felsspalten. Der Eichelhäher vergräbt seine Eicheln und trägt unbewusst zum Erhalt der Eiche bei, da er nicht alle wieder findet. Oft werden einige Sachen sofort vor Ort gefressen, besondere Leckerbissen werden aber meist gut versteckt.


Bei meinen Beobachtungen stelle ich immer wieder fest, dass die Elstern am Futterplatz die gerissensten unter den Rabenvögeln sind. Sie legen ihre Scheu ab und lassen mich oft zwei bis drei Meter an sie heran. Sie kontrollieren aber immer meine Aktionen aus dem Augenwinkel. Manchmal tauchen sie minutenlang nicht auf, dann kommt kurze Zeit später ein Jogger, ein Spaziergänger oder Radfahrer. Die Elstern bemerken sie schon lange bevor ich sie sehen oder hören kann.. Rabenkrähen oder Dohlen sind von ihrer forschen Art weniger begeistert, denn sie haben mehr Angst vor dem Mann mit dem schwarzen Rohr. So kommen sie nur selten zum Zug, nutzen aber die Anwesenheit der Elstern, um dann auch Futter zu ergattern und fliegen dann aber sofort wieder weg. Die Elstern lassen sich alle Zeit der Welt und sammeln in aller Ruhe Futterkrümmel an Boden ein. Ich mag sie immer mehr, weil es einfach Spaß macht, ihre coolen Aktionen zu fotografieren und zu beobachten.





Mittwoch, 5. Februar 2014

Neues aus der Dohlenkolonie


Nachdem ich seit Wochen nicht mehr genügend Zeit zum Beobachten von Rabenvögeln hatte, war mein letztes Wochenende mal wieder ein Erfolg in jeder Hinsicht. Am Sonntag fuhr ich mit meiner Frau mal wieder zu meinen Lieblingsrabenvögeln. Die Dohlenkolonie im Norden von NRW ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis, da dort ca. 80-100 Dohlen das komplette Jahr über zu beobachten sind. Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, Dohlen einmal über das ganze Jahr hinweg zu beobachten. Ich möchte mehr über Dohlen erfahren, sie bei den verschiedensten Handlungen unter die Lupe nehmen. Was mich zum Beispiel sehr interessiert ist, ob Dohlen ähnlich wie Kolkraben ihre Mitbewohner der Kolonie auf große Futtervorkommen aufmerksam machen oder sie an diesen Platz führen. 


Daher war ich auf die Dohlen schon auf der Fahrt dorthin sehr gespannt. Als wir ankamen, konnte ich schon vom Weiten die Dohlenpaare in der Luft sehen. Einige flogen in Richtung Kolonie und die typischen Rufe waren ebenfalls zu hören. Im Kerngebiet saßen sie dann fast überall paarweise und zum Teil mit dem gefundenen Futter beschäftigt. Die Geräuschkulisse ist immer wieder beeindruckend. Besonders dann, wenn anscheinend alle durcheinander rufen und plötzlich….absolute Stille. Dann der erste Flügelschlag und alle heben gleichzeitig zum Gemeinschaftflug um das Gebiet herum ab. Wie findet die Kommunikation statt? Gibt es besondere Rufe? Gibt es in der Hierarchie der Dohlen eine sehr dominante Dohle, auf die alle hören? Menschen bekommen solche gemeinsame Bewegungen nur mit viel Training und Konzentration hin. Bei den Dohlen oder auch anderen Vogelartenwirkt es so normal und einfach.


Forscher haben herausgefunden, dass die einzelnen Vögel nur auf ihre direkten Nachbarn achten und sich denen anpassen. Auch der gemeinsame Start, so ist meine Theorie, wirkt für uns deshalb so unglaublich, weil Vögel wesentlich schneller reagieren als Menschen. Gerade Dohlen reagieren im Flug so schnell auf unterschiedliche Windverhältnisse, so dass sie selten in Schwierigkeiten geraten.




Aber wer gibt den Startschuss, wer sagt dass es los geht? Darauf habe ich noch keine Antwort gefunden.

Hier noch ein paar interessante Links:
Die Macht der Augen 

Dohlen lesen in menschlichen Gesichtern

Laßt Dohlen sprechen

Dohlen kennen Nächstenliebe 

Gespür für menschliche Gesten 

Dienstag, 23. Juli 2013

Elstern sind clever


 Seit ca. einem halben Jahr beobachte ich Elstern sehr intensiv. Sie faszinieren mich immer mehr, denn ihr Verhalten, ihre Art sich zu bewegen und ihr Aussehen sind beeindruckend. Bisher, vielleicht aus einem Vorurteil heraus, hatte ich mich weniger für die Elster interessiert. Sie galt als sehr scheu und schwer zu fotografieren. Nach einigen Beobachtungen merkte ich aber, das dies bei "meinen" Elstern so nicht stimmt. Meine Elstern sind zwei verschiedene Paare. Ein Paar lebt direkt gegenüber von unserem Haus. Dort "wohnen" sie in einer Tanne und haben dort schon zweimal erfolgreich gebrütet. Das andere Paar lebt an einer befahrenen Straße in der Nähe des Naturschutzgebietes in Walsum. Auch dieses Elsterpaar hat schon mindestens zweimal, wenn nicht sogar dreimal erfolgreich gebrütet. Beide Paare sind wenig scheu, ich würde sie sogar als sehr neugierig bezeichnen. 



Anfangs war es schon schwer sie einfach so zu fotografieren, also ähnlich wie bei den Rabenkrähen, die mich auch erst einmal kennenlernen mussten. Nach einigen Besuchen stellte ich fest, das sie schneller am Futter waren, als die sowieso sehr scheuen Dohlen, die ständig herum hüpfen und die ebenfalls scheuen Rabenkrähen, die sehr lange warten und prüfen, bevor sie das Futter nehmen.
Die Elstern kommen direkt zum Futterplatz angeflogen, halten also nicht erst mal einen Sicherheitsabstand. Dann schnappen sie sich das Futter und sind dann auch sofort wieder weg. So bleibt mir immer nur ein sehr kleines Zeitfenster um sie zu fotografieren. Doch gerade wegen ihrer punktgenauen Landung gelangen mir einige sehr gute Flugaufnahmen. Ich konnte verschiedene Flugphasen festhalten, wie zum Beispiel den Gleitflug, den Rüttelflug, den wir vom Turmfalken kennen und auch vier verschiedene Landephasen. Es war faszinierend ihnen beim Fliegen zu zusehen, so das ich zeitweise vergaß zu fotografieren.


Die Elstern an unserem Haus erkunden ständig die Umgebung. Sie turnen auf den Dächern herum, suchen die straße nach Nahrung ab und plündern das ausgelegte Futter vom Nachbarn, das er eigentlich für die kleineren Singvögel aufgehängt hat. Unter dem Baum in dem sie ihr Nest haben, lebt auch eine Amsel, die uns morgens schon sehr früh mit ihrem Gesang verwöhnt. Sie scheint sich ebenfalls an die Leute aus den Häusern gewöhnt zu haben, denn wenn ich mein Auto in die Garage stelle, fliegt sie nicht weg, obwohl ich nur ein oder zwei Meter neben ihr stehe.
Der Nestbau bei den Elstern ist immer sehr interessant, da sie keine "normalen" Nester bauen. Von außen sehen ihre Nester immer so aus, als hätte jemand Äste gesammelt und sie auf den Baum geworfen. Jedoch ist das Nest eine durchdachte sehr interessante Konstruktion. Das Nest hat einen seitlichen Eingang. seitlich deswegen, weil die meisten Elsternester eine Art Dachkonstruktion besitzen, die aus stärkeren Ästen besteht. Dies ist ein optimaler Schutz gegen Angriffe von Greifvögeln auf die Jungvögel. Elster bauen oft mehrere Nester und bauen einigen Nestern aber nicht ganz fertig, vollenden sie also nicht. Dies hat ungewollt eine wichtige ökologische Funktion für andere Vögel die keine Nester bauen können, wie z.B. der Turmfalke.
Eine sehr interessante Webseite über die Elster ist die Seite von Michael Becker. Er beschreibt unter dem Punkt "Sexual- und Territoialverhalten" den Nestbau genauer und zeigt auch eine Skizze vom Nest. 

Die Elstern an Rand des Naturschutzgebiets in Walsum sind zur Zeit auch mit ihren Jungen unterwegs. Sie lernen gerade sehr viel von ihren Eltern. Zum Beispiel wie man sich Menschen nähert.
Es war sehr schön zu beobachten wie die Jungvögel im Hintergrund blieben, den Altvögeln zuschauten und dann selbst agierten. Sie waren noch etwas zaghaft, aber sie machten ihre Sache sehr gut. Sie sahen dabei gegenüber den Altvögeln etwas lustig aus, weil sie manchmal noch etwas unbeholfen herum tapsten. Nach einer Weile schauten sie nicht mehr zu, sondern gingen sofort ans Werk und schnappten sich das Futter immer schneller. Es war eine sehr schöner Tag mit vielen interessanten Einrücken.

Stadtvögel




Am letzten Wochenende im April hatte ich eine Saatkrähenkolonie am Niederrhein besucht. Dort sind hauptsächlich Saatkrähen zu finden, also anders als in der Nähe von Rheinberg, denn dort leben Dohlen mit den Krähen zusammen. Die Saatkrähen dort leben mitten in der Stadt und nisten dort in den Bäumen entlang der Straße. Sie besuchen dort auch einen Park, in dem natürlich häufig etwas zu fressen abfällt. Durch die Nähe zu den Menschen in der Stadt haben die Saatkrähen auch weniger Scheu und so kommen sie den Besuchern des Parks oder den Menschen auf der Straße doch recht nahe. Als ich dort war, konnte ich eine Gruppe von ca. 7 Vögeln mit Futter zu mir locken. Ohne Futter kommen sie auch relativ nah heran, doch ist es dann dem Zufall überlassen wie lange sie sich in der Nähe aufhalten. Die Saatkrähen bauen ihre Nester in den Bäumen mit vielen unterschiedlich großen Ästen. Wenn sie deswegen auf die Suche gehen, balancieren sie häufig auf den dünnsten Zweigen um an einen passenden Ast oder Zweig zu kommen. Es werden eben nicht nur am Boden liegende Materialien benutzt.

 
Bei ihrer Futtersuche merkt man das sie gerne pflanzliche Nahrung fressen, denn Eicheln und Kirschen konnte ich mehrfach in ihren Schnäbeln sehen. Ihren lateinischen Namen Corvus frugilegus haben sie also zu recht.
An diesem Tag konnte ich einige interessante Aufnahmen machen. Hier sind einige davon zu sehen.